
Lines (Juni 2026)
ca. 320 Seiten, 18,00 EUR
ISBN: 978-3-551-63142-8
Genre: Drama, Fantasy, Horror, Mystery
Klappentext
Die Wahrheit, die man verschweigt, kann die grösste Lüge sein
Im Jahr 1935 kursieren in Seoul Gerüchte über die reiche und geheimnisvolle Madam Song, die seit Jahrzehnten zurückgezogen in ihrem Hotel lebt. Als Maler Iho Yun eingeladen wird, ein Porträt von ihr anzufertigen, betritt er ein Haus voller Mysterien. Doch das größte Rätsel ist die Hausdame selbst: Keine Achtzigjährige, sondern eine schöne junge Frau erwartet ihn. Fasziniert macht sich Iho an die Arbeit, merkt jedoch schnell, dass Madam Song schreckliche Geheimnisse verbirgt. Wird er entkommen können, bevor es zu spät ist?
Ein packender Webtoon-Thriller in historischem Setting.
Rezension
Iho Yun arbeitet als Maler. Eines Tages erhält er den Auftrag die seit Jahrzenten zurückgezogene Madam Song zu zeichnen. Er hat erst kein Interesse, da der Auftrag aber gut bezahlt werden soll, nimmt er diesen schließlich doch an. Nichts hat er wohl so sehr in seinem Leben bereut wie diese Entscheidung. Er muss schwören nichts von dem, was er hier erlebt, jemals zu erzählen, außerdem darf er während seiner Arbeit das Haus nicht verlassen. Alles wirkt sehr geheimnissvoll und es wird immer seltsamer. Denn die Frau, die eigentlich um die Achtzig sein sollte, erscheint im Körper einer jungen und schönen Frau vor ihm. Überall in dem Hotel, in dem Madam Song lebt, hängen Bilder von ihr, die immer älter werden. Und Iho bekommt auch den Auftrag ein Porträt von Madam Song anzufertigen, auf dem sie so alt wie möglich aussieht.
Doch das war es noch lange nicht. Nachts hört Iho seltsames Klopfen, am Morgen putzt der Diener ständig Blutspuren weg und dann trifft Iho auch noch auf Spinnen, die vollgesaugt von Blut sind. Als er den Koffer mit Malutensilien des vorherigen Malers findet, ergreift ihn die nackte Panik. Denn ein Zettel darauf warnt ihn, dass er abhauen solle, bevor er für immer verschwinden würde wie seine Vorgänger. Er versucht zu fliehen, aber weit kommt er nicht. Immer mehr reimt er sich selbst zusammen, was hier passiert, obwohl sein Kopf es nicht wahrhaben möchte – Vampire kann es doch nicht geben, oder? Und dann beginnt Madam Song auch noch, ihm ihre Geschichte zu erzählen. Ob er das alles überleben kann?
„Delusion“ deutet viel über Vampire an, spricht dies aber nur wenige Male aus. Zusammen mit Iho muss auch der Leser Stück für Stück herausfinden, was hier passiert. Wer ist das wirkliche Monster? Und ist Iho in Gefahr oder wird er beschützt? Eine Warnung sollte ausgesprochen werden, wer Probleme mit Spinnen hat, sollte vorsichtig umblättern. Denn diese krabbeln hier doch immer mal wieder durch die Seiten, auch wenn sie ihren Auftritt meistens nicht überleben. Madam Song wechselt von bedrohlich zu bemitleidenswert, auch die Erzählung ihrer Geschichte gibt hier keinen klaren Aufschluss, zumindest nicht im ersten der insgesamt drei Bände. Insgesamt verläuft die Geschichte relativ ruhig und entwickelt sich eher langsam. Außer Iho scheint hier niemand die Eile zu haben, aufzuklären war passiert. Niemand weiß, was mit dem vorherigen Maler wirklich passiert ist – lebt er noch, oder nicht mehr? Von Iho selbst erfährt der Leser fast nichts. Eigentlich geht es nur um die Geheimnisse der Madam Song.
Wie auch viele andere Manhwa ist auch dieser komplett in Farbe gehalten. Passend zur Story sind die Zeichnungen alle eher düster. Selbst am Tag wird viel mit grau gearbeitet und es gibt nur einzelne farbenfrohe Punkte. Die Charaktere sind alle gut auseinanderzuhalten. Insgesamt wirken die Zeichnungen aber etwas einfach und nicht sehr dynamisch. Dafür sind aber besonders Hintergründe detailliert ausgearbeitet.
Fazit
„Delusion“ ist ein düsterer Mahnwa für Horror-Liebhaber,die Vampir-Geschichten mögen.
Pro & Contra
+ guter Storyaufbau
+ passende Zeichnungen
+ komplett in Farbe
o langsame Entwicklung
Bewertung: ![]()
Handlung: 3,5/5
Charaktere: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 3/5