Der Pinguin Bd.2 – Kampf um Gothams Unterwelt (Tom King, Rafael De Latorre)

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Verlag: Panini; (Dezember 2024)
Softcover: 128 Seiten; 16 €
ISBN-13: 9783741640001

Genre: Thriller


Klappentext

Skrupellos, intrigant und mordsgefährlich

Auf den ersten Blick mag Oswald Cobblepot harmlos wirken, aber davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Der kleine übergewichtige Mann, der mit seinen Marotten eher lächerlich als brutal wirkt, ist einer der fiesesten Verbrecher Gothams. Durch ein Abkommen mit Batman hat er sich einst vom unscheinbaren Barkeeper zum König der Unterwelt hochgemordet. Später hat er seinen Tod vorgetäuscht, um unerkannt ein ruhiges Leben als Blumenhändler zu führen. Aber er wurde enttarnt und versucht sich jetzt in alter Manier durch Manipulation und Mord an die Spitze der Unterwelt zurückzukämpfen. Doch dann stellen sich ihm seine eigenen Kinder in den Weg …

Das großartige Finale der Serie von Bestsellerautor und Eisner Award-Gewinner Tom King (Batman, Rorschach) und Zeichner Rafael De Latorre (Daredevil).


Rezension

Der Pinguin ist wieder in Gotham und das sorgt für Aussehen bei den Kriminellen und vor allem bei seinen Kindern Aiden und Addison. Der eine Muskel und die andere Kopf versuchen sie fast sofort ihren Vater zu töten. Womit der Pinguin jedoch gerechnet hat, schließlich will er von ihnen sein Imperium zurück. Dabei hat er so einige Helfer und einen durchtriebenen Plan, der so ziemlich alle in seiner Umgebung manipuliert, selbst Batman kann sich seines Einflusses nicht entziehen.

Der Pinguin sollte ursprünglich eine fortlaufende Comicserie werden. Nun wird sie mit diesem zweiten Band und damit zwölf US-Heften beendet. Und tatsächlich ist es schwer zu entscheiden, ob dies gut oder schlecht ist. Tom King, der häufig genug bei Fans umstritten ist, hat hier nämlich eine verdammt gute Geschichte mit einer der schillerndsten Figuren aus Batmans Welt geschrieben, die allzu oft als gefährlicher Schurke übersehen wird.
Dafür wählte er einen Ansatz, der allein schon überzeugt und den Pinguin wirklich zentral in der Handlung etabliert. Er ist es, bei dem alle Fäden zusammenlaufen und wenn sich sein Plan nach und nach entfaltet, gibt es den ein oder anderen Aha-Effekt. Am Ende steht die Frage, wer hier eigentlich wen von Anfang an manipulierte. Hat die Regierung den Pinguin wirklich gezwungen Gothams Unterwelt zurückzuerobern oder hat sie nur getan, was er wollte?
Diese Ambivalenz zieht sich durch den ganzen Band und betrifft jede einzelne Figur. Auch Oswald Cobblepot, der einerseits ein absolut skrupelloser Verbrecher ist und Gewalt als ultimatives Mittel einsetzt, der aber vereinzelt auch eine andere Seite zeigt.
Es macht Spaß diesem Charakter zu folgen, auch wenn er schreckliches tut, bis hin zum Mord an seinen Kindern. Aber es ist eben auch faszinierend zu sehen, wie geschickt er in seinem Vorgehen ist und wie unverzichtbar er sich für Gotham gemacht hat, so dass sich selbst Batman ihm in gewisser Weise unterordnen muss. Denn ohne Oswald Cobblepot besitzt das Verbrechen keine Ordnung und ohne diese würde Batmans Aufgabe um einiges schwieriger.
Geschichte und Charakterzeichnung sind mehr als nur gelungen. Nur gibt es da ein kleines Problem, welches bereits im ersten Band existierte. Die ungeheure Menge an Text, die durch die zahlreichen und ausufernden inneren Monologe der Charaktere ins Spiel kommen. Ja, sie helfen dabei den Pinguin zu charakterisieren und liefern eine gute Außensicht durch die Augen anderer auf ihn. Aber sie sind eben viel zu umfangreich und buchstabieren wirklich alles aus und das doppelt und dreifach. Das ist einfach viel zu viel. Hätte Tom King sich da zurückgenommen, hätte aus Der Pinguin ein Comic werden können, der auch noch in zehn Jahren im Gedächtnis ist, so wird er durch dieses Stilmittel auf das Niveau eines wirklich guten Superheldencomics heruntergezogen. Immerhin ist der Einsatz dieser Monologe im Vergleich zum ersten Band etwas besser ausbalanciert.

Beim ersten Band arbeitete Stevan Subic mit an den Zeichnungen, konnte jedoch nicht ganz so überzeugen. Bei Kampf um Gothams Unterwelt ist Rafael De Latorre alleinverantwortlich für die Zeichnungen und das tut diesen recht gut, denn so ist alles aus einem Guss.
Er zeichnet wirkungsvoll und atmosphärisch perfekt. Sein Batman wirkt in seiner recht vereinfachten Darstellung wie die Bedrohung aus den Schatten, die er für Verbrecher sein soll. Aber auch den Pinguin arbeitet er sehr gut heraus und vor allem kommen seine beiden Seiten, die des Verbrechers und die eines mit sich zufriedenen Mannes, sehr gut heraus. Es sind nicht die schönsten Zeichnungen, die Rafael De Latorre hier abliefert, aber es sind die, die ideal zu dieser Geschichte passen.


Fazit

Kampf um Gothams Unterwelt ist eigentlich ein sehr guter Comic über den Pinguin und macht auch Spaß zu lesen, er leidet allerdings etwas unter Tom Kings Erzählweise, die dem Leser nur wenig zutraut.


Pro & Contra

+ abwechslungsreich
+ spannend
+ Beziehung zwischen Batman und dem Pinguin

- Überbeanspruchung eines Stilmittels

Bewertung: sterne4

Charaktere: 4/5
Handlung: 4/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 3,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit dem Pinguin:

Rezension zu Der Pinguin Bd.1
Rezension zu Der Pinguin Bd.2
Rezension zu Pinguin- Schmerz und Vorurteil