
Verlag: Panini; (Mai 2026)
Gebundene Ausgabe: 112 Seiten; 20 €
ISBN-13: 9783741648700
Genre: Drama/ Superhelden
Klappentext
Wonder Woman gegen Batman
Prinzessin Diana von Themyscira ist die Superheldin Wonder Woman – und Botschafterin der Amazonen in den USA. Als sich eine junge Frau schutzsuchend an Diana wendet und auf alte Gesetzte der Amazonen beruft, prallen Antike und Moderne krachend aufeinander: Denn Wonder Woman muss ihre neue Schutzbefohlene sowohl gegen die Göttinnen der Rache als auch im Zweikampf gegen ihren Heldenkollegen Batman verteidigen …
Ideal für Fans und Neuleser: Das eigenständige Graphic Novel-Highlight von Star-Autor Greg Rucka (Wonder Woman, Batman – Detective Comics) und Top-Zeichner J.G. Jones (Wanted, Before Watchmen: Comedian).
Rezension
Wonder Woman ist Superheldin und Botschafterin der Amazonen in der Welt der Menschen. Das Leben in der Öffentlichkeit mit all seinen Pflichten ist schon nicht leicht, jedoch steht sie auch immer im Spannungsfeld zwischen der Antike, mit ihren althergebrachten und häufig mit der Götterwelt verbundenen Gesetzen, und der Moderne, deren Gesetze ihren Überzeugungen durchaus gegenläufig sein können.
Deutlich wird dies, als eines Tages Danielle an ihre Tür klopft und um die Gewährung von Hiketeia bittet. Da dies Wonder Woman tut, übernimmt sie die Verantwortung für Danielle und ihren Schutz - und zwar gegen alles und jeden, was auch kommen mag.
Was Diana nicht weiß, ist, dass Danielle eine Mörderin ist und ausgerechnet in Gotham Männer getötet hat. Nun ist der Dunkle Ritter hinter ihr her und schon bald treffen Wonder Woman und Batman aufeinander.
Wer einen guten, harten, aber auch nachdenklichen Thriller oder einfach eine Geschichte mit Tiefgang lesen will, kann eigentlich immer bedenkenlos zu einem Comic von Greg Rucka greifen, der unter anderem Mitschöpfer von Gotham Central ist und auch ansonsten außergewöhnliches mit Superhelden anzufangen weiß, z.B. zeigte er den Punisher ungewöhnlich verletzlich und stellte mit Black Widow – Identität eben genau die Frage danach und wie sie definiert und manipuliert werden kann. Seine Geschichten sind eigentlich nie leichte Kost oder haben einfache Antworten. Fast immer regt er zum Nachdenken an und Hiketeia bildet da eben auch keine Ausnahme.
Denn in diesem Aufeinandertreffen von Wonder Woman und Batman beschäftigt er sich mit dem Konflikt zwischen Recht und Gerechtigkeit. Mit Gesetzen und Traditionen bzw. Ritualen. Mit Moderne und Antike.
Und dafür sind Wonder Woman und Batman die idealen Figuren. Sie, die an Gerechtigkeit glaubt und sich alten Gesetzen beugt und er, der Recht und Gesetz als höchstes Gut ansieht, auch wenn er sich selbst außerhalb davon gestellt hat.
So geht es dann auch nicht darum, wer von den beiden, eigentlichen Freunden einen Kampf gewinnen würde. Diese Frage lässt sich aufgrund von Dianas Kräften allzu leicht beantworten. Nein, es geht darum, wie Wonder Woman den Konflikt zwischen Pflicht/ Gerechtigkeit und Recht für sich auflöst. Und da diese Frage nahezu unmöglich aufzulösen ist, ist das Ende des Comics nur konsequent, weswegen es, typisch für Greg Rucka, auch ziemlich bitter ist. Weder Wonder Woman noch Batman kann als Gewinner bezeichnet werden, hier verlieren alle. Hiketeia lässt den Leser nachdenklich zurück, denn Greg Rucka verweigert eine einfache Antwort in diesem Konflikt und das ist gut so.
J. G. Jones ist der Mann an der Seite von Greg Rucka bei dieser Graphic Novel und es hätte keine bessere Wahl dafür geben können. Die Zeit seiner Entstehung kann der Comic nicht verbergen, denn er ist stilistisch klar von den 90er Jahren beeinflusst. Der Comic erschien ursprünglich bereits 2002. Wer diese Zeit nicht mag, sollte dennoch zu Hiketeia greifen, denn J.G. Jones Bilder sind unglaublich ausdrucksstark. Er erweckt die zentralen Konflikt ebenso in seinen Zeichnungen zum Leben und erschafft insgesamt eine düstere, nahezu hoffnungslose Atmosphäre, bei der sofort klar ist, dass es hier keine einfachen Antworten geben kann.
Das Bonusmaterial ist kurz, aber vorbildlich. Neben Cover-Galerie und Vorstellung der Macher, gibt es noch kurze Artikel über Wonder Woman und Batman und zur Einordnung der Graphic Novel.
Fazit
Hiketeia lässt nachdenklich zurück. Greg Rucka stellt die Frage nach Recht und Gerechtigkeit und darauf gibt es zumindest hier keine einfache Antwort. Die Graphic Novel über Wonder Woman und Batman gehört zum Besten, das über die beiden Charaktere geschrieben wurde.
Pro & Contra
+ stellt wichtige Fragen
+ verweigert eine einfache Antwort
+ sehr gute Zeichnungen
Bewertung: ![]()
Handlung: 5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5