Die Jugend von Arsène Lupin – Cagliostro (Eho, Minerbe)

Lupin Jugend Cagliostro

Verlag: Splitter; (August 2025)
Gebundene Ausgabe: 72 Seiten; 18 €
ISBN-13: 978-3-68950-069-6

Genre: Abenteuer/ Krimi


Klappentext

Obwohl eigentlich anderweitig liiert, verliebt sich Raoul d´Andrésy unsterblich in Joséphine Balsamo, als er ihr im letzten Moment das Leben rettet. Doch hinter der schönen Joséphine verbirgt sich in Wirklichkeit die geheimnisvolle Gräfin Cagliostro: eine Spionin, Betrügerin und Mörderin, und angeblich ist sie 106 Jahre alt! Allerdings ist auch der junge Raoul nicht (nur) der, der er zu sein behauptet, schließlich hört er ebenfalls auf einen weiteren Namen: Arsène Lupin. So begeben sie sich schon bald zu zweit auf die Suche nach einem Geheimnis aus dem Mittelalter, dabei stets in Sorge, übervorteilt zu werden. Aber auch andere, weit skrupellosere Parteien sind an dem mutmaßlichen Schatz interessiert …


Rezension

Joséphine Balsamo, eine mehr als mysteriöse Frau, die nicht zu altern scheint, wird von einer geheimen Gruppe zum Tode verurteilt und das Urteil wird sofort ausgeführt, indem sie gefesselt auf einem Boot auf dem Meer ausgesetzt wird. Doch der junge Raoul D´Andrésy rettet sie und verfällt ihr. Fortan versucht er ihre Gunst zu gewinnen und für sie einen siebenarmigen Leuchter zu finden. Denn er ist nicht nur Raoul, sondern auch Arsène Lupin, der Prinz der Diebe. Allerdings ist Raoul auch eigentlich mit Clarisse, der Tochter von Baron D´Etigues, zusammen. Was alles verkompliziert. Umso mehr, da nicht nur Raoul und Joséphine hinter dem Leuchter her sind, sondern auch eine Gruppe um Beaumagnan, einem altem Feind von Joséphine, der ebenso der Vater von Clarisse angehört und so entspinnt sich eine aufregende Jagd nach einem alten Kirchenschatz.

Mit Die Jugend von Arsène Lupin – Cagliostro geht es in die Vergangenheit des Gentlemandiebes, als er noch nicht ganz der war, der er später sein würde. Der neue Comic von Jérome Eho und Michael Minerbe basiert auf einem weiteren Roman von Maurice Leblanc über den Meisterdieb und es ist wohl eine der prägendsten Geschichten für ihn, neben seinen Begegnungen mit Sherlock Holmes. Denn mit Joséphine Balsamo, der Gräfin von Cagliostro, führte Maurice Leblanc eine der faszinierendsten Frauenfiguren in die Welt von Arsène Lupin ein, die im Prinzip auf einer Stufe mit Milady bei den Drei Musketieren gesehen werden kann. Sie manipuliert alle um sich herum und ist doch auch irgendwie eine tragische Figur. Und dies kommt auch recht gut in diesem Comic herüber. Ebenso hat Maurice Leblanc mit ihr einen leicht übernatürlichen Aspekt bei Arsène Lupin eingeführt, da sie anscheinend bereits länger aktiv ist, als ihr Aussehen vermuten ließe. Die Verfilmung von 2004 mit Kristin Scott Thomas als Joséphine Balsamo betonte diesen Aspekt dann noch stärker.
In dieser Comicadaption tritt er aber mehr in den Hintergrund. Dafür stehen die Abenteuer- und Krimiaspekte deutlich im Vordergrund. Denn Cagliostro ist im Kern eine Schatzjagd, auf die genauso gut ein Indiana Jones hätte gehen können.
Es gibt so manches Rätsel zu lösen und Arsène Lupins Gegner sind mehr als zwielichtig, so dass die Spannung beständig zunimmt und nie ganz klar ist, wer zu wem hält und wer welches Ziel genau verfolgt. Das wird von Jérome Eho gut und effizient erzählt, und dabei vergisst er nicht die großen Gefühle und Gefühlswirren von Raoul, die erst alles so richtig in Gang bringen. Wie vor ihm Jérome Félix macht Eho mit seiner Adaption Lust darauf nun auch zum Roman greifen.

Wie bei Die hohle Nadel ist das Bonusmaterial umfangreich und gibt einen guten Einblick in den Schaffensprozess und die Hintergründe des Abenteuers.

Michael Minerbe ist ein weiteres Mal als Zeichner dabei und im Gegensatz zu Die hohle Nadel fehlt hier etwas. Seine Charaktere wirken hier häufig seltsam hölzern und emotionsloser. Dann gibt es aber auch eine paar kleine Glanzpunkte bei der Gestaltung und die Hintergründe sind gerade bei markanten Gebäuden richtig gut umgesetzt. Es gibt also Licht und Schatten bei den Zeichnungen. Im Vergleich ist Die hohle Nadel von den Zeichnungen eindeutig besser umgesetzt.


Fazit

Die Jugend von Arsène Lupin – Cagliostro bietet ein großes und spannendes Abenteuer mit einer faszinierenden und starken Frauenfigur, die großen Einfluss auf den Meisterdieb hat. Von Jérome Eho geschickt und effizient für den Comic umgesetzt. Einzig Michael Minerbe kann bei seinen Zeichnungen nicht immer vollkommen überzeugen.


Pro & Contra

+ Gräfin Cagliostro
+ spannendes Abenteuer

0 Zeichnungen wirken teilweise hölzern

Bewertung: sterne4.5

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 3,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/ Leistung: 4,5/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln über Arsène Lupin:

Rezension zu Arsène Lupin – Der Gentleman-Gauner
Rezension zu Arsène Lupin gegen Sherlock Holmes
Rezension zu Arsène Lupin – Die Hohle Nadel