DC Must-Have: Genosse Superman (Mark Millar, Dave Johnson, Kilian Plunkett)

genosse superman

Verlag: Panini; (Juni 2026)
Gebundene Ausgabe: 168 Seiten; 27 €
ISBN-13: 9783741648892

Genre: Superhelden


Klappentext

Der größte Held der Sowjetunion!

Superman ist in dieser visionären Story von Comic-Genie Mark Millar kein Verfechter des American Way of Life, sondern ein Kämpfer für den sozialistischen Staat UdSSR, die ehemalige Sowjetunion.
In dieser Alternativwelt wird der Mann von Morgen nicht im us-amerikanischen Kansas, sondern in der Ukraine aufgezogen und trägt seinen Kalten Krieg mit dem größten Genie der Vereinigten Staaten aus: Lex Luthor! Doch die sozialistische Utopie des idealistischen Stählernen stößt nicht nur im sowjetischen Staatsapparat auf Widerstand, sondern auch bei Batman, einem russischen Untergrundkämpfer ….


Rezension

Die USA zur Zeit des Kalten Krieges. Präsident Eisenhower erhält eine Nachricht, die ihn zu einer Rede zur Nation zwingt. Anscheinend hat die Sowjetunion, angeführt von Josef Stalin, sprichwörtlich eine neue Superwaffe. Einen einzelnen Mann mit übermenschlichen Fähigkeiten, der schon bald Superman genannt wird und für die USA und seine Verbündeten eine echte Bedrohung darstellen könnte. Und tatsächlich, nach dem Tod Stalins übernimmt Superman die Regierungsgeschäfte der Sowjetunion, mit dem Ziel der Welt Frieden zu bringen. Doch der Frieden, den er vorgesehen hat, ist nicht unbedingt der Frieden, den die Menschen wollen und ausgerechnet Lex Luthor, Genie und Präsident der USA, stellt sich gegen Supermans Pläne und ist bereit alles dafür zu opfern.

Die Elseworld gab Autoren und Zeichner seit Gotham by Gaslight die Gelegenheit etwas andere Geschichten mit ungewöhnlichen Blickwinkeln auf die Superhelden DCs zu schreiben.
Mit Genosse Superman wagte Mark Millar 2003 den Vorzeigehelden der USA, Superman, neu zu interpretieren und vor allem ihm einen neuen Hintergrund zu geben.
Die Prämisse ist dabei denkbar einfach. Was wäre, wenn Superman nicht bei den Kents in den USA aufgewachsen wäre, sondern in der Sowjetunion bei einfachen Bauern und später dann in den Dienst Stalins treten würde.
Diese Prämisse gibt Mark Millar jedoch viele Möglichkeiten mit der Legende Supermans zu spielen. Und dies tut er ausgiebig. Eckpunkte, wie das Aufwachsen auf einer Farm, die Liebe zu Lois Lane und auch sein an sich gutmütiges und gutes Wesen behält er bei, doch das unterschiedliche Aufwachsen sorgt dafür, dass Superman in letzter Konsequenz anders handelt. Er ist in einer Diktatur aufgewachsen, die von einem unerbittlichen Diktator beherrscht wurde. Das hinterlässt Spuren und so beobachtet der Leser Supermans Abstieg vom Helden für die Welt zu einem Schurken, der sich nicht dafür hält. Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert und dies zeigt sich in Genosse Superman. Superman handelt aus einem guten Wunsch heraus falsch und erst am Ende erhält er seine Erlösung. Die ganze Idee war bei Erstveröffentlichung erfrischend und ist es auch heute noch. Das liegt auch daran, dass Mark Millar die Charaktere gar nicht so großartig verändert, sondern sie nur in ein verändertes Umfeld setzt. So ist Lex Luthor absolut skrupellos, wie er es schon immer war, und er denkt weiterhin hauptsächlich an sich, seinen Ruhm und seine Macht und an seine Rivalität mit Superman. Nur sind seine Taten, die aus den falschen Motiven erfolgen, dieses Mal allen zuträglich. So trifft das Bekannte auf das Unbekannte und ergibt eine spannende Geschichte, dessen Auflösung lange in der Schwebe bleibt.
Das einzige, das sich Mark Millar hätte sparen können, ist die allerletzte Wendung am Ende, die zwar einen Bogen zum Beginn schlägt, aber eigentlich überflüssig ist und etwas stört. Das bezieht sich jedoch nur auf die letzten Seiten, davor ist das Ende als perfekt zu bezeichnen.

Dave Johnson nutzt für seine Zeichnungen teilweise ikonische Bilder, die er für Genosse Superman auf seine Art reproduziert.. Dadurch gewinnt der Comic an Wirkung. Ansonsten versteht er sich darauf, den Stählernen perfekt in Szene zu setzen, auf dessen Brust dieses Mal Hammer und Sichel prangen. Dave Johnson stellt sich dabei in den Dienst der Handlung und drängt sich mit seinen Zeichnungen nicht in den Vordergrund, sondern unterstützt Mark Millars Geschichte, wo er nur kann, so dass ein richtiger Sog beim Lesen entsteht.

Das Bonusmaterial besteht aus Vor- und Nachwort, Skizzen und kurzen Artikeln zu Einordnung des Comics und zu seinen Hintergründen.


Fazit

Genosse Superman ist auch heute noch ein überaus interessanter und spannender Blick auf Superman, der in Mark Millars Geschichte in der Sowjetunion aufgewachsen ist, und dem er so ein paar neue Aspekte abgewinnen kann. Zurecht ein Klassiker, sollte Genosse Superman in keiner Superheldencomicsammlung fehlen.


Pro & Contra

+ eigentlich perfektes Ende
+ Superman wächst in anderer Umgebung auf
+ interessanter Ansatz
+ Batmans Auftritt

Bewertung: sterne4.5

Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4,5/5
Preis/Leistung: 4/5


Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit Superman:

Rezension zu Superman – Psi-War
Rezension zu Superman – Die letzten Tage von Superman
Rezension zu Superman Anthologie
Rezension zu Superman – Secret Origin
Rezension zu Superman – Ein Held fürs ganze Jahr
Rezension zu All-Star Superman
Rezension zu Der Tod von Superman