
Verlag: Panini; (Juni 2026)
Gebundene Ausgabe: 56 Seiten; 16 €
ISBN-13: 9783741648861
Genre: Superhelden
Klappentext
Rächer und Henker
Gotham City im Jahr 1939. Die Große Depression und der drohende Zweite Weltkrieg in Europa sind auch in der US-Metropole zu spüren. Mitten in dieser schweren Zeit erschüttert eine brutale Mordserie die ohnehin gebeutelte Stadt. Obwohl der Killer seine Opfer besonders öffentlichkeitswirksam hinrichtet, tappt die Gothamer Polizei um Jim Gordon im Dunkeln. Doch Bruce Wayne, der neuerdings als Bat-Man gegen das Böse kämpft, nimmt die Spur des selbst ernannten maskierten Henkers auf – nicht ahnend, dass ein weiterer Psychopath im Hintergrund seine Strippen zieht, um Gotham in Angst und Schrecken zu versetzen.
Das Sequel zur gefeierten Neuinterpretation von Batmans Anfängen, grandios in Szene gesetzt von den Comic-Stars Dan Jurgens (Der Tod von Superman, Spider-Man) und Mike Perkins (Superman, Swamp Thing).
Rezension
Gotham City steht unter Schock. Gleich mehrere Menschen wurden spektakulär und brutal ermordet und die Polizei hat bisher keine Spur zu den Tätern. Die Hoffnungen der Beamten und auch Commissioner Gordons liegen auf dem maskierten Rächer Bat-Man. Doch der hat noch nicht eingegriffen. Als die Mordserie jedoch immer schlimmer wird, streift Bruce Wayne sich das Kostüm wieder über. Was er jedoch nicht ahnt, dass neben dem Mörder, der als maskierter Henker durch die Straßen zieht, noch ein weiterer Schurke aufgetaucht ist und mit dem Henker zusammenarbeitet. Dieser nennt sich Scarecrow und hat ein Angstgas entwickelt. Und während Julie Madison, Bruce´ Freundin, gerade bei ihrer Filmpremiere eintrifft, kommt es zur ersten Konfrontation zwischen dem Henker und Bat-Man.
Eine der großen Überraschungen der letzten Jahre bei Batmancomics war Bat-Man – First Knight von Dan Jurgens und Mike Perkins. Sie gingen bis ins Jahr 1939 zurück und ließen Batman wieder so auftreten, wie er es anfangs in seinen Comics tat und genau das war etwas, das Batman in den letzten Jahren etwas gefehlt hatte. Statt eines Kämpfers mit technischen Spielereien, die für jede Situation etwas bereithielten, ist Bat-Man in First Knight vergleichsweise mit dem Minimum ausgestattet und muss sich mehr auf seinen Verstand und seine körperlichen Fähigkeiten verlassen, zudem hat er auch noch keinen Kreis von Helfern um sich. First Knight zeigte also einen Batman, der sich auf sich selbst verlassen musste und nur wenige Informanten hatte und sich auch mal in einer Grauzone bewegte.
Nun also erscheint mit Second Knight die Fortsetzung und die Frage, ob Dan Jurgens und Mike Perkins erneut einen solch guten Comic abliefern können, ist durchaus berechtigt, denn nun ist der „neue“ Bat-Man etabliert und es gibt gewisse Erwartungen.
Leider können sie diese bisher nicht ganz erfüllen. Zwar passt die Geschichte wie ihr Vorgänger gut in die Zeit, in der sie spielt, und mit Scarecrow taucht ein bekannter Schurke auf, aber irgendwie fehlt etwas und es läuft nicht alles so rund, wie es noch im ersten Durchgang tat. Das Einbinden und der Dialog mit Rabbi Cohen ist sehr holprig und praktisch völlig losgelöst von der Handlung und auch der Begegnung mit Maxie fehlt etwas und wirkt am Ende etwas forciert, betrachtet man die Ereignisse aus First Knight. Ansonsten ist die Grundidee, wie die Morde durch den maskierten Henker durchgeführt werden, durchaus gut und auch Scarecrow passt bisher gut in die Geschichte, nur wäre es schön, wenn der Henker noch eine andere Motivation bekäme als nur die, dass er Angst und Schrecken mag und verbreiten will. Damit ist er einfach zu nahe an Scarecrow dran. Aber vielleicht kommt das noch.
Besser geschrieben sind die Szenen mit Julie Madison und Bruce. Diese zeigen sie als Paar und ihre Dialoge fühlen sich natürlich an und auch ihre Einbindung in die Ereignisse am Ende ist sehr gelungen und fühlt sich durchaus logisch an. Ob das Einbauen einer Lois Lane jedoch eine gute Idee war, wird sich noch zeigen. Sollte auch Superman im weiteren Verlauf auftauchen, könnte das dazu führen, dass der Comic an Wirkung verliert, denn dieser ist in der Welt dieses Bat-Man einfach zu mächtig und müsste den Fall innerhalb einer Seite auflösen. Aber vielleicht geht Dan Jurgens diesen Schritt nicht oder hat eine brillante Idee, wie er den Stählernen so einbinden kann, dass Bat-Man weiterhin glänzen kann.
Mike Perkins ist dem Bat-Man treu geblieben und damit bleiben auch die Zeichnungen weiterhin etwas, das so manche, aber nicht alle Schwächen des Comics ausgleichen kann. Sie verströmen die Atmosphäre der 30er-Jahre und Mike Perkins trifft die Zeit designtechnisch perfekt. Sein Bat-Man sieht so aus, wie sich der Leser eben einen Bat-Man der Zeit vorstellt. Und auch sein Scarecrow ist gleichzeitig passend zur Zeit in der der Comic spielt und vielleicht eine der gruseligsten Inkarnation von Jonathan Crane. Mike Spicer sorgt für die entsprechende Farbgebung und so wird aus Second Knight aus der Zusammenarbeit der beiden Künstler ein dunkler, düsterer Thriller.
Fazit
Der Auftakt in Second Knight ist furios, doch offenbaren sich auch erzählerische Schwächen, die es in First Knight nicht gab. Jetzt kommt es darauf an, wie Dan Jurgens die Geschichte weiterführt und ob er wirklich den Sohn Kryptons ins Spiel bringt - und vor allem wie. Das kann gut gehen, muss es aber nicht. Bis hierhin ist Second Knight einen Blick wert.
Pro & Contra
+ Bat-Man mit wenigen technischen Spielereien
+ Scarecrow
+ Auftakt brutal und spannend
- vieles fühlt sich wie Stückwerk an
- der maskierte Henker und Scarecrow sind sich zu ähnlich
Bewertung: ![]()
Handlung: 3/5
Charaktere: 3,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5
Literatopia-Links zu weiteren Titeln mit Batmans Anfängen:
Rezension zu Batman – Das erste Jahr
Rezension zu Batman – Die Reise Bd.1
Rezension zu Batman – Die Reise Bd.2
Rezension zu Bat-Man – First Knight Bd.1
Rezension zu Bat-Man – First Knight Bd.2
Rezension zu Bat-Man – First Knight Bd.3
Rezension zu Bat-Man – Second Knight Bd.1
Literatopia-Links zu weiteren Titeln von DC Black Label:
Rezension zu Batman – Der weiße Ritter
Rezension zu Batman – Der Fluch des weißen Ritters
Rezension zu Batman – Der weiße Ritter: Harley Quinn
Rezension zu Batman: Damned Bd.1
Rezension zu Batman: Damned Bd.2
Rezension zu Batman: Damned Bd.3
Rezension zu Harleen Bd.1
Rezension zu Joker: Killer Smile
Rezension zu Die drei Joker Bd.1
Rezension zu Die drei Joker Bd.3
Rezension zu Joker/ Harley: Psychogramm des Grauens Bd.1
Rezension zu Joker/ Harley: Psychogramm des Grauens Bd.2
Rezension zu Joker/ Harley: Psychogramm des Grauens Bd.3
Rezension zu Batman: Das Reptil
Rezension zu Batman – Stumme Schreie