
Verlag: Cross Cult; (Februar 2026)
Gebundene Ausgabe: 152 Seiten; 25 €
ISBN-13: 978-3-98666-584-5
Genre: Grusel/ Horror
Klappentext
Begleite Hellboy auf einer Tour de Force von den Apalachen nach Russland, Frankreich und zurück nach Savanna, Georgia. Unterwegs nimmt es Hellboy mit Gespenstern, Dämonen und wiederbelebten Feinden auf.
Zum ersten Mal auf Deutsch: einige der beliebtesten Hellboy-Kurzgeschichten:
Darunter Die Rückkehr von Effie Kolb, Lange Nacht am Goloski Bahnhof, Der Club der sieben Frauen, Ihre Unglücksstunde und Der Sendinger.
Hellboy-Erfinder Mike Mignola und die Künstler Zach Howard, Matt Smith, Tiernen Trevallion und Adam Hughes sowie Kolorist Dave Stewart zaubern ein erschütterndes Abenteuer, das zum fulminanten Gruselfest wird!
Rezension
Der Band Die Rückkehr von Effie Kolb bringt den Leser zunächst zurück zu einer alten und sehr bekannten Hellboy-Geschichte, nämlich Der Krumme, die allein deswegen bereits besonders ist, da sie damals von Altmeister Richard Corben gezeichnet wurde. Abgesehen davon, sind dann noch vier weitere Kurzgeschichten enthalten, die jede für sich eine Facette Hellboys zeigen, und im Falle von Ihre Unglücksstunde sich ebenfalls auf eine weitere Kurzgeschichte beziehen. Somit sind gleich zwei Fortsetzungen in diesem Band enthalten.
Die Rückkehr von Effie Kolb
Hellboy wird nach Jahren von Tom benachrichtigt und gebeten erneut in die Apalachen zu kommen. Denn ein junges Mädchen namens Sara May Blackburn, das er aufgenommen hat, sagt voraus, dass bald etwas durch und durch böses auftauchen wird. Und tatsächlich muss sich Hellboy erneut gegen Effie Kolb wehren, die eigentlich besiegt war. Doch das ist noch nicht alles.
Effie Kolb tauchte bereits in Der Krumme auf, jener Kurzgeschichte von Hellboy, die die Vorlage für den neuesten Hellboy-Film war und gar nicht mal so schlecht umgesetzt wurde. Vor allem im Hinblick auf das Budgets des Films, war das eine recht ordentliche Verfilmung. Nun also kehrt Mike Mignola zu Effie Kolb zurück. Und auch wenn Hellboy selbstverständlich im Mittelpunkt steht und eine große Actionszene zu bestehen hat, so ist Sara May Blackburn in dieser Geschichte der wichtigere Charakter, denn sie wird noch in Schloss der Amseln, enthalten in Geschichten aus dem Hellboy-Universum XIV, zur Hauptperson. Abgesehen davon bietet Die Rückkehr von Effie Kolb alles, was man sich von einer Hellboy-Geschichte wünschen kann. Horror, Spannung und lockere Sprüche des Höllenjungen.
Lange Nacht am Goloski Bahnhof
1967 kommt Hellboy am Goloski Bahnhof in Russland an, um mit Professor Onchukov zu sprechen. Wie ihm ein Fremder auf einer Bank eröffnet, war dieser allerdings ein Werwolf und wollte Hellboy töten. Zum Beweis zeigt er dessen Kopf vor, der sich nicht zurückverwandelt hat. So setzt sich Hellboy neben den Mann und unterhält sich mit ihm. So erfährt er, dass er viele neue Feinde hat, die sich bei der Baba Yaga gut stellen wollen, indem sie Hellboy töten. Und tatsächlich müssen Hellboy und Yad Tovich, wie der Fremde heißt, nicht lange warten, bis ein Hexer mit zwei gebundenen Dämonen auftaucht.
Zwei Männer, die auf einer Bank sitzen und auf etwas warten. Das erinnert sowohl an Warten auf Godot als auch natürlich an so Westernklassiker wie Spiel mir das Lied vom Tod. Nur das Hellboy und Yad Tovich nicht auf einen Zug oder eine Person warten, sondern auf den Anbruch der Nacht und auf den Angriff von Dämonen. Währenddessen unterhalten sie sich und das ist mit einer der besten Dialoge in der Geschichte Hellboys. Hellboy ist immer dann am Besten, wenn sich Mike Mignola Zeit nimmt und neue Mythen einflechtet und neue Charaktere einbindet. Yad Tovich darf gerne noch viel häufiger auftauchen.
Ihre Unglücksstunde
Hellboy erholt sich in seinem Zimmer in der B.U.A.P.. Doch sein tagelanger Schlaf wird gestört von Nadya, deren Mutter ihn nach seinem Kampf mit der Bestie von Vargu gesund pflegte. Nun 17 Jahre später braucht sie Hellboys Hilfe, ansonsten gehört ihre Seele einem Dämon. Dafür hat sie Hellboy auf magische Weise nach Frankreich gebracht. Und der Kampf ist nicht einfach, doch Hellboy erhält Hilfe aus dem Grab.
Ihre Unglücksstunde kann schon fast als typisch für Hellboy bezeichnet und doch besitzt sie genug eigene Facette, um sie interessant zu machen. Vor allem die Auftritte von Nadyas Mutter sind hier zu nennen, aber auch das Ende ist speziell.
Der Sendingar
1991 bricht eine Kreatur in die Bibliothek des verstorbenen Onkels von Miss Bell ein und scheint ein bestimmtes Buch zu suchen. Die Lösung scheint in der zweiten, geheimen Bibliothek zu liegen und Harry, der mit Hellboy unterwegs ist, um ihm bei den Ermittlungen zu helfen, weiß genau, was zu tun ist, als er die Kreatur sieht. Denn diese ist ein Sendingar aus der isländischen Mythologie.
Der Sendingar ist kurz, knackig und wirklich gut, was vor allem an der Kreatur liegt. Ganz wird die Geschichte nicht aufgelöst, so dass die Möglichkeit zur Fortsetzung besteht.
Der Club der sieben Frauen
Ein junge Frau mit einer Vorliebe für Geisterhäuser wird vorgeworfen, ihren Freund erschossen zu haben. Doch sie schwört, dass in dem Moment, als sie schoss, Wakeman, ehemaliger Besitzer des Hauses und bereits lange tot, vor ihr stand. Gemeinsam mit Pauline Raskin macht sich Hellboy an die Arbeit. Sie treffen Mr. Ford, der viele Hintergrundinformationen zum Haus und dessen Bewohnern machen kann und müssen sich schließlich Geistern stellen.
Das Genre des Geisterhauses ist nicht neu in der Welt von Hellboy, doch Mike Mignola gelingt es immer wieder einen Weg zu finden, dies spannend und überraschend zu gestalten. So auch hier. Gerade das Ende ragt aus der üblichen Kost heraus und stellt Pauline Raskin in den Mittelpunkt.
Die Zeichnungen sind durch die Bank richtig gut und passen zu den jeweiligen Geschichten. Keiner fällt ab oder ragt heraus. Allerdings erinnern Matt Smiths und Tiernen Trevallions Stil am meisten an Mike Mignolas eigenen, was ihren Geschichten wirklich gut tut.
An Bonusmaterial sind Skizzen und Variantcover enthalten.
Fazit
Die Rückkehr von Effie Kolb fällt erwartbar spektakulär aus und liefert den Hintergrund für Schloss der Amseln und dennoch sticht Lange Nacht am Goloski Bahnhof am meisten durch die lakonische Art von Hellboy und Yad Tovich heraus. Diese Geschichte alleine rechtfertigt den Kauf des Bandes.
Pro & Contra
+ große Bandbreite an Geschichten
+ verschiedene Akzente werden gesetzt
+ Dialoge
+ Pauline Raskin und Yad Tovich
Bewertung: ![]()
Handlung: 4,5/5
Charaktere: 4,5/5
Zeichnungen: 4,5/5
Lesespaß: 5/5
Preis/Leistung: 4/5
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