
Carlsen (April 2026)
ca. 192 Seiten, 8,50 EUR
ISBN: 978-3-551-80662-8
Genre: Action
Klappentext
Eine dystopische Welt á Cyberpunk und Cronenberg. Die Ausbeutung der Natur, die Vermüllung des Planeten mit Plastik und der Klimawandel haben eine Welt geschaffen, die kaum noch lebenswert für Tiere und die meisten Menschen ist. Wer allerdings genug Geld hat, kann sich mittels Medizin und Hightech über die Grenzen von Krankheit und Alter hinwegsetzen. Doch der Preis, festgesetzt von einem allmächtigen Megakonzern, genannt „Corp.“, ist hoch.
Rezension
Nach der langen Ausbeutung der Natur, der Vermüllung des Planeten und dem Klimawandel ist die Welt heute nicht mehr, wie sie früher mal war. Und als wäre das allein noch nicht schlimm genug, wird die Welt von einem Megakonzern geleitet, dem sogenannten „Corp.“. Eigentlich hat man keine Chance, um diesen herumzukommen. Wer heutzutage eine Verletzung hat, erhält Ersatzteile. Doch diese werden immer teurer und halten immer kürzer. So sorgt „Corp.“ dafür, dass die Kunden niemals ausgehen, da die Alternative fehlt.
Vold arbeitet mit Rey zusammen bei seinem Großvater. Hier bieten sie den verzweifelten Menschen günstige Prothesen aus stabilem Material an. So versuchen sie, so gut es geht, wenigstens ein bisschen zu helfen. Als Vold 21 Jahre alt wird, erreicht ihn ein mysteriöser Brief. Er enthält eine Diskette, ein uraltes Speichermedium. Doch nicht nur der Inhalt dieser Diskette gibt Rätsel auf, denn mit dabei liegt ein Zettel mit nur einem Wort: „Revolt“. Das war eine Aktivistengruppe, der Volds Eltern angehört hatten. Aber was kann diese Diskette mit seinen Eltern zu tun haben? Und wird Vold eine Chance bekommen, diese Welt ein Stück besser zu machen?
„Revolt“ hält sich nicht mit langen Erklärungen über die Welt oder die Situation auf, sondern taucht direkt in die Geschichte ein. Der Leser erfährt Stück für Stück, mit welchen Problemen sich die Protagonisten herumschlagen müssen. Dabei immer begleitet von Vold, der von der aktuellen Situation genervt ist. Er wünscht sich Veränderung – aber der Wunsch allein genügt nicht. Doch wer hat die Diskette geschickt? Und wieso? Was ist mit Volds Eltern passiert? Wieso konnte ihre Aktivistengruppe diese Welt scheinbar nicht verhindern?
In Band 1 werden sehr viele Fragen aufgeworfen. Noch sind die Zusammenhänge, zum Beispiel der Charaktere, etwas undurchsichtig. Auch wirken die Protagonisten sehr leichtsinnig. Den Namen „Revolt“ sprechen sie unbedacht in einer Kneipe aus, in der nur kurze Zeit später ein Gast von einer Patrouille getötet wird, nur weil er herausschreit, dass er schwul ist. Da fragt man sich, wieso das Gespräch der beiden unbemerkt geblieben ist. Einerseits wird die Welt von „Corp.“ regiert, die Ersatzteile für Menschen stellen, andererseits werden scheinbar Menschen, die Ersatzteile enthalten von der Gesellschaft ausgeschlossen. Wie kann der Megakonzern gerade von den Ausgestoßenen hohe Summen einnehmen, während die reinen und unversehrten Menschen, die das bessere Leben haben, ja keinen Gewinn für den Konzern sind. Das wirkt zumindest in Band 1 noch etwas undurchsichtig und wirft Verständnisfragen auf, die eventuell später noch geklärt werden. Noch ist unklar, ob die Charaktere eine Entwicklung im Laufe der Geschichte durchlaufen werden. Da hier eher die Welt und die Stimmung eingeführt wird, ist noch kein Raum für eine echte Entwicklung.
Die Zeichnungen sind sehr sauber und passend zu der Welt meistens sehr düster. Gefühle werden sehr gut über die Gesichter oder über die Körpersprache transportiert. Der Fokus liegt auf den Charakteren, aber wenn Hintergründe eingesetzt sind, sind diese sehr ordentlich gezeichnet.
Fazit
„Revolt“ wirft erst mal mehr Fragen auf, als beantwortet werden – aber wer Erzählungen über dystopische Welten mag, sollte hier auf jeden Fall reinschauen.
Pro & Contra
+ saubere Zeichnungen
+ Stückweise Einführung in die Welt
o wirft erst mal mehr Fragen auf
Bewertung: ![]()
Handlung: 3/5
Charaktere: 3/5
Zeichnungen: 3,5/5
Lesespaß: 3/5
Preis/Leistung: 3/5
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