Wonder Woman (2023) Bd.4 – Mord auf dem Olymp (Tom King, Daniel Sampere, Guillem March u.a.)

wonder woman 4 2023

Verlag: Panini; (Juni 2026)
Softcover: 232 Seiten; 32 €
ISBN-13: 9783741648632

Genre: Superhelden


Klappentext

Von Göttern und Mäusen

Schock auf dem Olymp: Kriegsgott Ares wurde ermordet! Als Diana alias Wonder Woman den Fall untersuchen soll, nimmt die Amazonen-Prinzessin den Meisterdetektiv Batman mit zu den Göttern. Außerdem begibt sich Wonder Woman trotz eines Verbots der Justice League auf eine sehr persönliche, brandgefährliche Mission auf eine von der Außenwelt abgeschnittenen Insel, auf der Superhelden seit Jahrzehnten unerwünscht sind. Sie findet eine absurde Welt vor, die von dem fiesen Mouse Man mithilfe einer Armee von Riesenmäusen unterworfen wurde.

Ein perfekter Einstiegspunkt in die spektakuläre Saga von Bestsellerautor Tom King (Batman, Supergirl: Die Frau von Morgen) sowie den Ausnahmezeichnern Guillem March (Catwoman), Daniel Sampere (Dark Crisis) und Jorge Fornés (Batman).


Rezension

Es gibt einen Grund, warum der Band nicht Die Insel der Mäuse und Menschen heißt, sondern Mord auf dem Olymp. Und der lautet ganz simpel: Es ist eindeutig die bessere Geschichte. Auch wenn Die Insel der Mäuse und Menschen gut Dreiviertel des Bandes ausmacht, fehlt es ihr doch an sehr vielem, um sie zu einer guten Geschichte zu machen. Dagegen glänzt Mord auf dem Olymp.
Nach den kaum noch lesbaren Bänden Becky Cloonas hatte Tom King übernommen und einen recht guten Start hingelegt, anscheinend geht aber auch ihm bei Wonder Woman langsam die Luft aus, vor allem da er sein liebstes Stilmittel einfach nur noch wahllos einsetzt und dies ermüdet.

Mord auf dem Olymp

Hippolyta findet Ares tot in ihrem Bett. Alles sieht danach aus, dass sie ihn ermordet hat. Um ihre Unschuld zu beweisen und ihre Ehre wiederherzustellen und damit auch zu verhindern, dass sie wieder sterblich wird, verspricht Diana, den wahren Schuldigen zu finden. Dafür wendet sie sich an Batman und gemeinsam ermitteln sie auf dem Olymp.
Ein Mord unter Göttern und Batman ermittelt gemeinsam mit Wonder Woman? Die Prämisse hört sich nach dem perfekten Krimierlebnis an. Und tatsächlich stimmt vieles. Das Motiv ist im vorgegebenen Rahmen nachvollziehbar und die Darstellung der Götter als nicht mehr als eitle, unsterbliche Menschen gelungen. Allerdings ist dann da die Sache mit Batman, der relativ schnell keine Rolle mehr spielt und wenig zur Auflösung beiträgt. Wenn er schon wegen seiner Fähigkeiten als Detektiv dabei ist, sollte er auch wirklich ermitteln. So wirkt es, als ob halt mal wieder ein Crossover anstand. Und auch Diana handelt hier bereits ungewohnt brutal. Unter „ermitteln“ scheint Tom King Drohungen und Folterungen zu verstehen. Insgesamt ist Mord auf dem Olymp noch solide und damit die bessere Geschichte in diesem Band.

Die Insel der Mäuse und Menschen

Vor Jahren besiegte Wonder Woman den mehr als lächerlichen Mouse Man. Der Mäuse kontrollieren und wachsen lassen konnte. Viele Jahre später ist die Amazone Emelie auf Moray Island, die unter der Herrschaft Mouse Mans steht und die seit Jahren keinen Kontakt zur Außenwelt hatte und die Superhelden nicht betreten dürfen. Trotzdem reist Diana dorthin und stellt sich ein weiteres Mal Mouse Man.
Zuallererst ist festzustellen, dass Die Insel der Mäuse und Menschen vielleicht die nervigste Geschichte über Wonder Woman ist, die bisher geschrieben wurde. Das liegt an vielen Dingen, aber vor allem daran, dass 90 Prozent der Dialoge aus "Mouse Man weiß es!", "Mäuse haben Ohren!" besteht. Dies sind die einzigen Worte, die den Menschen auf Moray Island erlaubt sind und mit denen sie kommunizieren. Und während so etwas absurdes in einer kurzen und knackigen, nicht ganz ernstgemeinten Geschichte ganz lustig sein kann, nervt es auf sechs Hefte ausgewalzt unheimlich. Das ist das eine, das Tom King hier totreitet. Aber da er hier praktisch nichts zu erzählen hat, alles wesentliche hätte in einer Kurzgeschichte erzählt werden können, macht Tom King mal wieder das, das er am liebsten tut. Er baut jede Menge Zeitsprünge ein und wirft Blicke in die Zukunft, in denen Wonder Womans Tochter zur Tyrannin wurde und Diana die letzte Hoffnung ist. Nur ist das halt völlig vom Rest losgelöst und auch tatsächlich nicht interessant. Man stöhnt eigentlich nur noch innerlich auf, wenn Tom King sein Steckenpferd, wie in so gut wie jeden anderen Comic von ihm, auspackt. Was früher durchaus mal eine Stärke war, ist jetzt eine Schwäche und nervt, zumal er die Ereignisse dieser Geschichte dadurch zu einem Prolog degradiert, der viel, viel zu lang ist. Wonder Woman hätte man auch leichter als harte, unerbittliche Kriegerin zeigen können, ohne einen alten lächerlichen Gegner auszupacken, der sich eigentlich nur für leichte und lustige Kurzgeschichten eignet. Und die Erklärung warum Mouse Man Wonder Woman physisch angreifen kann, war wohl Tom King selbst zu blöd, weswegen sie nur kurz erwähnt und dann vergessen wird und Mouse Man dann auch praktisch wieder sofort keine Chance gegen Diana hat.

Einziger Lichtblick sind die Zeichnungen von Guillem March, Daniel Sampere, Jorge Fornés und Caitlin Yarsky. Gerade Mord auf dem Olymp profitiert von Guillem Marchs Zeichnungen, die das Ganze etwas von der normalen Welt entrückt aussehen lassen. Er passt seinen Stil der Geschichte sehr gut an. Daniel Samperes Zeichnungen bei Die Insel der Mäuse und Menschen sind dagegen klarer in der Linienführung und seine Wonder Woman sieht wirklich aus, als wäre sie eine erfahrene Kämpferin.


Fazit

Mord auf dem Olymp ist ein netter Krimi, aber Die Insel der Mäuse und Menschen ist nichts weiter als ein überlanger Prolog, der nichts erreicht, was nicht auch in einem Heft hätte erreicht werden können. Langweilig und nervig.


Pro & Contra

+ Zeichnungen

- falsche Wahl des Gegners
- nervig
- überlanger Prolog

Bewertung: stern2

Handlung: 2/5
Charaktere: 2,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 2/5
Preis/Leistung: 2,5/5


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