
Atlantik (2017)
283 Seiten, 14,00 EUR
ISBN: 978-3-455-65029-7
Genre: Krimi
Klappentext
Die verwöhnte Schauspielerin Jane Wilkinson will sich von ihrem Ehemann Lord Edgware scheiden lassen und bittet Hercule Poirot um Beistand. Als ihr Gatte kurz darauf tot aufgefunden wird, scheint die Sachlage klar. Doch nach und nach tauchen immer mehr Ungereimtheiten auf. Jane dinierte zur Tatzeit mit 12 Freunden, gleichzeitig gibt es Zeugen, die sie am Tatort gesehen haben wollen. Hercule Poirot braucht seinen ganzen detektivischen Spürsinn, um dem Komplott der Dreizehn bei Tisch auf die Schliche zu kommen.
Rezension
Jane Wilkinson ist eine bekannte und verwöhnte Theaterschauspielerin. Sie möchte sich von ihrem Ehemann, dem 4. Lord Edgware, scheiden lassen. Ihr Wunsch: den noch wohlhabenderen, streng römisch-katholischen und verbohrten Duke of Merton heiraten.
Als der belgische Meisterdetektiv Hercule Poirot Lord Edgware besucht, behauptet der engelische Adelige, der Scheidung bereits schriftlich zugestimmt zu haben – wenige Stunden später wird er ermordet.
Das englischsprachige Original erschien im Jahre 1933, die erste deutsche Übersetzung schon ein Jahr später.
Carlotta Adams heißt die Schauspielerin, die im Laufe der Handlung ebenfalls ermordet wird. Sie hat ein reales Vorbild, nämlich die bei uns völlig unbekannte amerikanische Schauspielerin Ruth Draper (1884 – 1956). Nach eigenen Angaben hat Christie deren schauspielerische Verwandlungsfähigkeit bewundert.
Was ist von diesem Buch zu halten? Die Handlung ist gut konstruiert und wird angenehm lesbar erzählt. Die Handlung ist auch menschlich anrührend. Es geht um Liebe, zerplatzte Träume und fehlgeleiteten Ehrgeiz. Welche Berufsgruppe lässt sich dafür besser nutzen als die des Scnauspielers? Es verwundert nicht, dass der Titel bereits in den 1930er Jahren in England verfilmt wurde.
An dieser Stelle sei noch eine Bemerkung zu dem Buchtitel erlaubt. Er bezieht sich auf das Alibi der Jane Wilkinson. Sie war zu einer Abendgesellschaft geladen, bei der dreizehn Personen am Tisch saßen. Es gibt den Aberglauben, dass bei einer Tischgesellschaft von dreizehn Personen bald ein Mitglied sterben werde. Der Bezug auf das biblische „Letzte Abendmahl“, das mit dem Mordkomplott des Judas Iskariot (dem dreizehnten Teilnehmer) gegen Jesus endete, soll für Fachleute offensichtlich sein. In der westlichen Kultur gilt die Zahl Dreizehn wohl nicht umsonst als Unglückszahl.
Ein Fazit ist hier leicht gezogen: Das Buch gefällt. Es ist absolut lesbar.
Dies ist eine Gastrezension von Andreas Rüdig, herzlichen Dank!
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