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Judiths phantastische Highlights 2019

Judith 30. Dezember 2019

Liebe LeserInnen,

eigentlich wollte ich auch noch ein paar Geschenktipps für Weihnachten beisteuern, aber die zwei Wochen vor dem Fest waren so voller Ablenkungen, dass ich einfach nicht dazu gekommen bin. Dafür widme ich nun meinen persönlichen Lesehighlights 2019, allesamt phantastisch :)

"Von Rache und Regen - Regentänzer" von Annette Juretzki

Als Annette Juretzki auf Twitter ihren neuen Roman ankündigte, dachte ich zuerst "Yeah, Eiszeit!" - bei genauerem Lesen stellte ich jedoch fest, dass es sich um EISENzeitliche Fantasy mit Untoten handelt. Da war ich zuerst etwas skeptisch, aber das regnerische Setting klang interessant und ihre Space Opera "Sternenbrand" hatte mir ganz gut gefallen. Allerdings hatte ich nicht erwartet, dass mich "Von Rache und Regen" so umhauen und in zwei Tagen verschlungen sein würde. "Regentänzer" ist ein wahnsinnig atmosphärischer Roman mit großartigem Worldbuildung und mannigfaltigem Regenwetter, der insbesondere von der Interaktion seiner starken Protagonisten lebt. Soldat Riagh flieht von der Front, um seine Ziehschwester vor dem Fluch zu retten, der sein Volk in menschenfressende, wandelnde Leichen verwandelt. Auf seinem Weg zurück in die verregnete Heimat sieht er, wie eine Gruppe Dorfbewohner einen Mann foltert und schreitet ein - auch wenn es sich bei Nuzar um einen Feuermagier und damit um seinen Feind handelt. Notgedrungen reisen die beiden zusammen und kämpfen gemeinsam gegen Verfluchte. Aus Feinden werden allmählich Freunde, die sich näherkommen, doch der Fluch droht sie auseinander zu reißen. "Regentänzer" handelt von  Vorurteilen und deren Überwindung, von menschlichen Fehlern und Stärken und trotz aller Düsternis auch von Mut und Hoffnung.

"Wasteland" von Judith und Christian Vogt

Judith und Christian Vogt sind Autoren, bei denen man sich auf die Qualität ihrer Werke verlassen kann. Die beiden beweisen immer wieder eine unglaubliche Liebe zum Detail, die mich als Leser begeistert. So auch "Wasteland", das sich mit der Ich-Perspektive stilistisch von anderen Romanen der beiden abhebt und als "Mad-Max-Utopie" angepriesen wurde. Die Beschreibung trifft es tatsächlich sehr gut, denn auch wenn das Setting dystopisch ist, steckt doch jede Menge Hoffnung in "Wasteland" - und mit den irren Toxxer-Gangs, die auf aufgemotzten Motorrädern durch zukünftige Deutschland brettern, das Wi-Fi anbeten und auf einem gigantischen Schaufelradbagger leben, kommt ordentlich Mad-Max-Feeling auf. Europa liegt nach einem Krieg mit Biokampfstoffen in Trümmern, weite Teile des Kontinents sind sogenanntes Ödland - auch wenn dieses grün ist, ist der Aufenthalt für Menschen tödlich. Protagonistin Laylay ist die einzige, die sich frei im Ödland bewegen kann. Ohne sich mit der Wasteland-Krankheit zu infizieren wie der manisch-depressive Marktbewohner Zeeto. Beide sind ungewöhnliche, kantige Charaktere, die man schnell ins Herz schließt. Insbesondere Zeeto ist hervorragend getroffen und sein seelisches Auf und Ab nachvollziehbar und oftmals handlungsentscheidend. Hinzu kommt der enorme Unterhaltungswert durch verrückte Charaktere wie Wi-Fi-Schamane Root, der im Futur II spricht, oder auch die positive Ausstrahlung der Marktbewohner, deren Gemeinschaft von Individualität und gegenseitigem Respekt geprägt ist.

mars override"Mars Override" von Richard Morgan

Die Serienadaption von "Altered Carbon" hat mich dieses Jahr schwer begeistert, denn so reinen, dreckigen, schillernden Cyberpunk bekommt man selten geboten. Passenderweise erschie mit "Mars Override" ein neuer Roman von Richard Morgan, der den Mars in einen neonleuchtenden Cyberpunk-Moloch verwandelt. Der gentechnisch modifizierte Supersoldat Hakan Veil ist auf dem Roten Planeten gestrandet und schlägt sich mit Gelegenheitsaufträgen durch. So geht er beispielsweise einen verhängnisvollen Deal mit den Triaden ein und landet im Knast. Dort kommt er nur raus, weil die Polizei ihn als Babysitter für eine Agentin von der Erde braucht. Veil ist zunächst wenig begeistert, doch der Fall eines verschwundenen Lotterie-Gewinners entwickelt sich zu einem spannenden Trip, der ihm einiges abverlangt. "Mars Override" bringt alles mit, was ein Cyberpunk-Roman braucht: ein hohes Erzähltempo, ein derber Protagonist, der sich einen letzten Funken Anstand bewahrt hat, dazu einen berauschenden Mix aus Gossenslang, Tech-Porn und poetischen Metaphern, die unter die Haut gehen.

Insgesamt war 2019 ein gutes Lesejahr mit vielen Büchern, die mich gut unterhalten haben, auch wenn die Phantastik auf den ersten Blick rar gesät erscheint. Es lohnt sich auch immer ein Blick auf die kleinen Verlage, die in punkto Optik und Lektorat mit den Großen mithalten können. Sehr gefallen hat mir unter anderem "Feuerschwingen" von Sabrina Železný, "Am Seelenbrunnen" von Christian Günther (der dritte "FAAR"-Band, wer es noch nicht kennt, sollte unbedingt man einen Blick auf "Die Aschestadt" werfen) und "Hexagon - Pakt der Sechs" von Henning Mützlitz.

Ich wünsche Euch allen schon mal einen guten Rutsch - kommt gut ins neue Jahr!

Eure

- Judith

 

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Frohe Weihnachten!

Judith 24. Dezember 2019

 

Liebe Leserinnen und Leser,

wir wünschen allen Lesern Frohe Weihnachten und angenehme, ruhige Feiertage!

In diesem Jahr verzichten wir auf die Verkündung der Weihnachtspakete-Gewinner. Alle wurden bereits benachrichtigt und die Pakete sind auch schon unterwegs, allerdings wissen wir noch nicht, ob es schon alle durch das weihnachtliche Paketchaos geschafft haben und ob die Gewinner genannt werden wollen. Wir wünschen allen viel Spaß beim Lesen!

Besinnliche Grüße von Eurem

LiteratopiaTeam

weihnachten2019

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Interview mit Alex Prum online!

Judith 18. Dezember 2019

Liebe LeserInnen,

soeben ist ein Interview mit Alex Prum bei uns erschienen!

Wir sprachen über ihren Debütroman "Der Schleier der Welt" und ihre Webserie "Mosaik", über Urban Fantasy, die Repräsentation von LGBTQ*, über Alpakas, ihre aktuellen Lieblingsromane und vieles mehr ...

Zum Interview

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Euer

LiteratopiaTeam

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Sternenpuls (Drew Williams)

Judith 17. Dezember 2019

sternenpulsIm Februar 2020 erscheint "Sternenpuls" von Drew Williams:

"Vor hundert Jahren breitete sich der sogenannte »Puls«, eine mysteriöse Energiewelle, mit rasender Geschwindigkeit im Weltall aus. Manche Planeten blieben davon völlig unberührt, andere wurden ins Chaos gestürzt. Jane Kamalis Job ist es, von Planet zu Planet zu reisen und dort die begabtesten Kinder für den Wiederaufbau des Universums zu rekrutieren. Doch gerade als sie die junge Esa, einen telekinetisch begabten, miesepetrigen Teenager, aufgespürt hat, geht etwas schief, und plötzlich steckt Jane mitten in einem intergalaktischen Krieg – den sie versehentlich selbst ausgelöst hat ..."

Buchdetails:

Aus dem Amerikanischen von Norbert Stöbe 
Originaltitel: The Stars Now Unclaimed
Originalverlag: Tor Books
Paperback , Broschur, 608 Seiten, 14,99 EUR
ISBN: 978-3-453-31988-2

Zum Autor: Drew Williams ist Buchhändler in Birmingham, Alabama, seit er sechzehn ist, da an dem Tag, als er gerade auf Arbeitssuche war, eine Stelle frei geworden war. Abgesehen davon, dass er mit seinen Kollegen darüber streiten muss, ob »Moby Dick« brillant oder schrecklich ist, macht es ihm am meisten Spaß, als Buchhändler neue Autoren zu entdecken und sie mit seinen Kunden zu teilen.


(Quelle: Heyne)

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Geschenktipps 2019 - Teil 2

Judith 13. Dezember 2019

Liebe LeserInnen,

im zweiten Teil unserer Geschenktipps widmet sich unser Redakteur Markus ganz den Comics:


Das Jahr ist fast rum, Weihnachten steht mal wieder vor der Tür und damit stehen die Geschenktipps an. Und dieses Jahr hatte für mich als Comicfan so einiges zu bieten, was unter dem Weihnachtsbaum gerne landen darf. Irgendwie scheinen sich die Verlage im Moment gegenseitig überbieten zu wollen mit tollen Ausgaben von Klassikern und fantastischem neuen Lesefutter. Dabei ist vieles, welches nicht nur Comicfreunde freuen, sondern auch neue Leser für diese Kunstform generieren dürfte. So manches Juwel wurde dieses Jahr veröffentlicht und so fällt es mir recht schwer eine Auswahl zu treffen. Aber hier ist der Versuch.

Und es geht gleich los mit einem kleinen Verlag, der sich langsam aber sicher zu einem meiner Lieblingsverlage entwickelt. Denn gleich drei Geschenktipps kommen von ihm. Da wäre als erstes der sehr düstere Thriller Narben, der keine leichte Kost ist und den Leser mit in den Abgrund zieht. Fröhliche Weihnachten sehen sicher anders aus, aber Narben ist es wert verschenkt zu werden. Gleiches gilt für Slaine den Keltenkrieger. Der gehörnte Gott ist tief in der keltischen Mythologie verankert und ein wahres Biest, über das sich jeder freuen dürfte, der sich für die Kelten und ihre Geschichte interessiert.

Für mich persönlich am wichtigsten ist der folgende dritte Geschenktipp: Usagi Yojimbo! Als Ronin zieht Usagi durch das mittelalterliche Japan und erlebt jede Menge spannende Abenteuer. Aber vor allem bringt Autor und Zeichner Stan Sakai dem Leser die Kultur des alten Japans und der Samurai näher. Besser dürfte dies nie umgesetzt worden sein. Usagi Yojimbo ist episch, emotional, ruhig, wild, brutal, herzergreifend, tragisch - ganz einfach so wie das Leben. Dazu kommen die vorzüglichen Zeichnungen Stan Sakais und sein Mut auch ungewöhnliche Themen anzugehen. Dies ist einfach perfekte Comicunterhaltung, die gleichzeitig etwas zu sagen hat. Leider hat Usagi Yojimbo bisher ein Schattendasein in Deutschland gefristet, aber vielleicht ändert sich dies mit dieser neuen Gesamtausgabe, die mittlerweile bei Band 15 angelangt ist und damit weiter als alle anderen bisherigen in Deutschland. Für Kampfsportler ist dies sowieso das ideale Geschenk, aber vor allem auch für alle, die an der japanischen Kultur Interesse haben oder einfach nur an unheimlich guten und gut erzählten Geschichten.

Eine weitere Neuausgabe ist dann auch gleich mein nächster Tipp. Gaston ist in diesem Jahr nach der Gesamtausgabe Der ganze Gaston aus dem Jahr 2015 neu aufgelegt worden. Dieses Mal in 21 Einzelalben, im Hardcover und neukoloriert und vor allem eines ist wichtig: In dieser Ausgabe soll wirklich alles über ihn enthalten sein. Wer Gaston noch nicht kennt, wird ein Juwel des Humors entdecken und Gastonkenner dürften die liebevollen Aufmachung der Ausgabe zu schätzen wissen.
Fast ebenso witzig wie Gaston und eine wirkliche Überraschung ist Die Campbells von José Luis Munuera. Das der Autor und Zeichner wunderbare, märchenhafte Comics zu zeichnen vermag, war spätestens nach Zauber bekannt. Dass er aber umwerfend komisch sein kann, nicht so ganz. Die Geschichten über die Piratenfamilie Campbell sprühen vor Witz und sollten unter jeden Weihnachtsbaum zu finden sein und eignen sich als Geschenk für jedes Alter. Wer Fan von Spirou & Fantasio ist, dürfte sich über die Reihe über Zyklotrop, den Erzfeind Spirous freuen, die nur so vor Witz und herrlichen Einfällen sprüht und ebenfalls von Munuera geschrieben und gezeichnet wurde.

Emmanuel Lepage hat einen neuen Comic gezeichnet und damit gehört dieser selbstverständlich auch zu den Empfehlungen fürs Weihnachtsfest. Es dürfte kaum einen anderen geben, der auf diese unvergleichliche Art und Weise die Wildheit und Schönheit des Meeres einfängt, wie er es in Die Fahrten des Odysseus tut. Seine Zeichnungen gepaart mit dem menschlichen Drama, welches mit der Irrfahrt des Odysseus verknüpft wird, sorgen für ein ganz besonderes Leseerlebnis.

Das Comicjahr hatte ebenso ein paar Comic von deutschen Autoren und Zeichner zu bieten, die nicht unerwähnt bleiben sollen. Message von Cristin Wendt und Ronja Büscher entführt in eine düstere Zukunft, in der der Horror real ist. Message ist rasant und spannend geschrieben und die zeichnerische Umsetzung zieht den Leser mitten ins Geschehen.

Ein ganz besonderes Kaliber auf diesem Gebiet ist Land of Giants. Die Zeichnungen bei dieser Dystopie stammen von Timo Wuerz und das bedeutet, sie sind opulent, beeindruckend, atmosphärisch, einfach perfekt. Wer sonst keine Comics liest, wird zu diesem trotzdem nicht Nein sagen können, dafür ist die Qualität der Bilder und sein graphisches Erzähltalent einfach zu gut. Dieser Comic ist wie Lepages Die Fahrten des Odysseus eine wahre Augenweide.

Mit Bram Stoker´s Dracula geht es wieder etwas in die Horrorrichtung. Der Film von Francis Ford Coppola aus dem Jahr 1992 gilt vielen als beste Verfilmung des Stoffes. Mike Mignola und Roy Thomas waren damals für die Comicumsetzung verantwortlich, was für Mike Mignola sozusagen ein Heimspiel war, war er doch Mitglied des Designteams des Films. Er zeigt hier bereits sein Können und Potenzial, was sich dann bei Hellboy voll entfalten sollte. Dadurch wird dieser Dracula zu einer sehr düsteren Angelegenheit und vor allem eine der besten Umsetzung von Bram Stokers Roman.

Zum Abschluss möchte ich noch zwei ganz besondere Comic empfehlen. Bereits letztes Jahr habe ich mit Die entsetzliche Angst der Epiphanie Schreck einen Comic von Séverine Gauthier empfohlen und dieses Jahr findet sich eine weitere ihrer Geschichten auf meiner Liste. Herz aus Stein ist erneut eine wunderbares, einfühlsames Märchen, das von Jérémie Almanza in wunderschönen Bildern eingefangen wurde. Ein Geschenk über das sich sicher jeder freut.

Gleiches gilt für Das letzte Einhorn. Für viele gehört der Film einfach dazu und nun ist die Comicumsetzung des Romans und des Films in einer richtig schönen Ausgabe erschienen. Peter B. Gillis, Renae De Liz und Ray Dillon haben eine Umsetzung geschaffen, die den Geist der Vorlage einfängt und sich bei den Charakteren zwar im Aussehen am Film orientiert, aber doch eigenständig ist. 

Die Liste an Comics könnte ich noch weiterführen, aber irgendwo muss auch Schluss sein und so bleibt mir nur noch eine letzte Empfehlung und zwar die, einmal über seinen Schatten zu springen und zu einem Comic zu greifen, wenn man es sonst nicht tut. Mit Sicherheit wartet die ein oder andere Überraschung auf Neuleser. Denn Comics sind mehr als Superhelden, viel mehr. Sie sind großes Drama, wichtiger Kommentar und hohe Kunst. Einfach mal in unserer Rubrik stöbern, in der sich für jeden etwas findet. Und beim Lesen ein heißes Getränk genießen oder wie Gambert, dessen letzter Band dieses Jahr erschienen ist, vielleicht ein Bier.


Demnächst folgen nochmals ein paar Romane als Geschenktipps. Und natürlich lohnt es sich weiterhin, in die Tipps früherer Jahre reinzuschauen!

Viele Grüße von Eurem

LiteratopiaTeam

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