
Verlag: Panini; (Dezember 2025)
Softcover: 240 Seiten; 33 €
ISBN-13: 9783741645624
Genre: Superhelden
Klappentext
Ein Gotham ohne Hoffnung
Bruce Wayne strandet im Gotham City einer anderen Realität. In dieser Stadt ohne Hoffnung regiert das Verbrechen. Alle tanzen nach der Pfeife des unaufhaltsamen Superschurken Red Mask – auch Selina Kyle. Batman versucht, die Geheimnisse dieses gefährlichen Gothams zu ergründen – und es zu retten. Unterdessen sucht Robin in den Weiten des Multiversums nach seinem tot geglaubten Mentor.
Ein außergewöhnliches Kapitel der Batman-Saga von Eisner Award-Gewinner Chip Zdarsky (Batman: Die Reise) um die US-Jubelnummer Batman 900, gezeichnet von Mike Hawthorne (Daredevil), Jorge Jimenez (Superman) und anderen.
Rezension
Batman wurde im Kampf mit Failsafe von diesem in ein anderes Universum geschickt. Eines, in dem Bruce Wayne tot ist und Batman nie in Erscheinung trat. Da dieses Gotham eine autoritäre Regierung besitzt und wie die Hölle auf Erden wirkt, beschließt Batman zu helfen und trifft dabei auch auf Red Mask. Der Wahnsinnige hat gesehen, dass er in einem anderen Universum Joker ist und will werden wie dieser. Als ihm das nicht gelingt, beschließt er im gesamten Multiversum alle Joker zu erwecken, wiederzubeleben oder zu stärken. Natürlich hetzt ihm Batman durch das Multiversum hinterher.
Man hätte etwas aus der Grundprämisse machen können. Ein guter Autor hätte. Nur leider erweist sich Chip Zdarsky auch in diesem zweiten Sammelband von Batman nicht als guter Autor. Failsafe war nahe dran an einer Vollkatastrophe und war im Prinzip ein Offenbarungseid der mittlerweile häufig herrschenden Einfallslosigkeit bei Superheldencomics. Nun also Der Bat-Man von Gotham und es wird nicht wirklich besser. Zum x-ten Mal gibt es eine Multiversumsgeschichte, die wie so oft nicht zum Dunklen Ritter passen möchte. Dabei ist der Beginn gar nicht mal so schlecht. Batman landet in einer Version Gothams, in der es Batman nicht gibt und auch keine Superschurken. Dafür allerdings anscheinend mit Venom vollgepumpte Polizisten, die eine autoritäre Struktur schützen, mit der der Bürgermeister über Gotham herrscht. Das ist ein interessanter Ansatz, mit dem vieles möglich wäre, vor allem auch ein bissiger, politischer Kommentar, auch wenn Trump zum Zeitpunkt des Erscheinens noch nicht Präsident war. Als Warnung hätte er trotzdem gut funktioniert.
Aber das ist etwas, das Chip Zdarsky nicht in Betracht zieht. Stattdessen erzählt er lieber eine weitere Version, wie der Joker entstanden ist. Und diese ist nur wenig überzeugend. Was multiversale Energie sein soll und was genau sie in diesem Zusammenhang bewirkt, bleibt völlig offen. Dies ist jedoch das geringste Problem. Sobald Batman Red Mask durch die Universen hinterherjagt, ist es einfach nur eine Ansammlung von Gastauftritten von anderen Batmen. Und wer dachte, der Sprung vom Mond zur Erde im Vorgängerband wäre schon dämlich genug, der wird sich hier verwundert die Augen reiben, denn Sharknado und Batman hält die Welt in Atem lassen grüßen. Nur eben nicht auf eine gute Weise. So leid es einem tut zu sagen, Chip Zdarsky ist kein Batman-Autor.
Einziger Lichtblick ist die Handlung mit Robin, der darum kämpft Batman zu finden, aber dessen Anteil an der Geschichte ist sehr gering.
Außerdem gibt es zwei Kurzgeschichten, die inhaltlich deutlich besser sind, als alles das davor erzählt wird und die vor allem auch auf die Charaktere eingehen.
Die Zeichnungen gehen in Ordnung, echte zeichnerische Höhepunkte gibt es leider nicht, aber immerhin aber auch keine Ausreißer nach unten. Sie sind zweckdienlich, können damit aber auch leider nicht die Kohlen aus dem Feuer holen.
Fazit
Chip Zdarsky gelingt einfach keine überzeugende Handlung für Batman. Nach Failsafe ist er erneut dicht an der Vollkatastrophe. Aber auch hier wird er wieder von zwei Kurzgeschichten gerettet. Hoffentlich kann sein kommender Gotham War mehr.
Pro & Contra
+ mehr unabsichtliche Demontage als Batmangeschichte
+ lässt sehr viel liegen
+ dämliches Ende
Bewertung: ![]()
Charaktere: 2/5
Handlung: 2/5
Zeichnungen: 3,5/5
Lesespaß: 2/5
Preis/Leistung: 2,5/5
Literatopia-Links zu weiteren Titeln von Batman in der Rebirth-Ära:
Rezension zu Batman Rebirth Bd.1
Rezension zu Batman Rebirth Bd.2
Rezension zu Batman Rebirth Bd.3
Rezension zu Batman Rebirth Bd.4
Rezension zu Batman Rebirth Bd.5
Rezension zu Batman Rebirth Bd.6
Rezension zu Batman Rebirth Bd.8
Rezension zu Batman Rebirth Bd.10
Rezension zu Batman (2022) Bd.1
Rezension zu Batman (2020) Bd.2
Rezension zu Batman (2020) Bd.3
Rezension zu Batman (2020) Bd.6
Rezension zu Batman Bd.1 – Failsafe
Rezension zu Batman Bd.2 – Der Bat-Man von Gotham
Rezension zu Batman: Detective Comics Bd.2
Rezension zu Batman: Detective Comics Bd.3
Rezension zu Batman: Detective Comics Bd.4
Rezension zu Batman: Detective Comics Bd.5
Rezension zu Batman: Detective Comics Bd.7
Rezension zu Batman: Detective Comics Bd.9
Rezension zu Batman: Detective Comics Bd.11
Rezension zu Batman: Detective Comics Bd.12
Rezension zu Batman: Detective Comics Bd.14
Rezension zu Batman: Detective Comics (2020) Bd.1
Rezension zu Batman: Detective Comics (2020) Bd.2
Rezension zu Batman: Detective Comics (2020) Bd.4
Rezension zu Batman: Detective Comics (2020) Bd.5