
Verlag: Panini; (Juni 2026)
Softcover: 120 Seiten; 16 €
ISBN-13: 9783741646997
Genre: Superhelden
Klappentext
Frank Castle ist zurück in New York
Ein Mann erwacht auf einem brennenden Schiff voller Leichen im New Yorker Hafen inmitten von Blut und Chaos. Er weiß es nicht mehr, doch er ist Frank Castle, der Punisher – und gerade hat er Drogen und Männer von Gangsterboss Tombstone aus dem Spiel genommen! Und der Punisher ist noch lange nicht fertig. Zumal Kingpin Wilson Fisk im Hintergrund auf unerwartete Weise die Strippen zieht.
Eine extrabrutale Story, knallhart in Szene gesetzt von Bestsellerautor Benjamin Percy (Wolverine) und Zeichnertalent Julius Ohta (Venom: Erbe des Königs).
Rezension
Frank Castle erwacht an Bord eines brennenden Schiffes. Um ihn herum türmen sich Leichen und die Polizei kommt gerade an. Nach einem kurzen Schusswechsel flieht Castle und wird am Strand von einer freundlichen, alten Damen aufgenommen und gepflegt.
Doch lange bleibt er nicht bei ihr, irgendetwas zieht in wieder hinaus auf die Straße und lässt ihn weiter Jagd auf Verbrecher machen, ohne dass er eine Wahl hätte, wen und warum er jagt. Denn Frank Castle wird durch einen Microchip vom Kingpin kontrolliert. Doch der hat nicht mit Franks Willen und dessen Freund Micro gerechnet. Und zusätzlich machen Tombstone, dessen Männer Frank getötet hat, und Detective Pluto Jagd auf den Punisher.
Nach der letzten, wirklich schlechten, richtigen Punisher-Serie, die von dem eigentlich wirklich guten Autoren Jason Aaron stammte und die mit dessen vermeintlichen Tod endete, kehrt Frank Castle nun zurück. Verantwortlich hierfür sind Benjamin Percy als Autor und Julius Ohta als Zeichner. Und gleich zu Beginn wird sofort klar, dass der Punisher wirklich zurück ist. Vorbei die Zeiten, dass er als eine Art Kriegsgott agierte und sich mit mystischen Themen und Kriegern auseinandersetzen musste, was so gar nicht zum gnadenlosen Castle passen wollte. Hier geht es zurück auf die Straße und so richtig zur Sache. Benjamin Percy und Julius Ohta machen von Anfang an klar, dass hier keine Gefangenen gemacht werden. Es ist so, als ob sie sagen wollten, dass das Leiden des Punishers und seiner Fans vorbei ist und es nun wieder Frank Castle gibt.
Und tatsächlich lösen sie dieses Versprechen ein - und das auf ganzer Linie. Zwar ist die Geschichte nicht ganz so stumpf, wie man bei dem Begriff Splatterausgabe meinen könnte, aber Preise für Originalität wird Benjamin Percy mit ihr mit Sicherheit nicht gewinnen. Das dürfte auch gar nicht sein Ziel gewesen sein. Er wollte Frank Castle zurück auf die Straßen New Yorks holen und gleichzeitig zeigen, dass Frank Castle immer noch eine Naturgewalt ist. Und das gelingt ihm. Die Gegner für Castle sind dabei sehr gut gewählt und die Kämpfe haben die entsprechende Härte und Brutalität. Für den Auftakt in eine neue Zeit für den Punisher ist dieser einfache Ansatz, ohne großartigen Überbau, genau der Richtige. Es werden zwar einzelne Handlungsstränge bereits angelegt, aber diese werden eben nur das und lenken nicht von dem Punisher und seinen Taten ab. So wirkt dieser Punishercomic im Vergleich zur letzten Reihe mit Frank Castle richtig frisch und dennoch wohltuend altmodisch. Und das ist in diesem Zusammenhang positiv zu verstehen.
Julius Ohta ist allgemein ein guter Zeichner, der sich vor allem aber in den zahlreichen Action- und Splatterszenen beweisen kann. Diese bleiben immer ausreichend übersichtlich und er hat sichtlich Spaß daran, sie zu inszenieren. Selbst der seltsame Körperbau eines Kingpins passt zu dieser Geschichte und stört nicht weiter. Was aber stört, ist die Farbgebung von Yen Nitro, die Julius Ohtas Zeichnungen zu glatt und künstlich aussehen lassen.
Fazit
Brutal, geradeaus und ohne unnötiges Getue. Nach den enttäuschenden Vorgängern von Jason Aaron macht dieser Punisher einfach wieder Spaß zu lesen. Nachhaltig ist das sicher nicht, aber das will Benjamin Percys Punisher auch gar nicht sein. Hier steht die Unterhaltung im Vordergrund und damit ist das hier ein gelungener Neustart für Frank Castle als Punisher.
Pro & Contra
+ einfache und klare Handlung
+ gute Zeichnungen
+ Frank Castle ist wieder Frank Castle
- Farbgebung
Bewertung: ![]()
Handlung: 3,5/5
Charaktere: 3,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 4/5
Preis/Leistung: 4/5
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