Batman Bd.3 – Der Joker: Das erste Jahr (Chip Zdarsky, Jorge Jimenez, Andrea Sorrentino, Giuseppe Camuncoli)

batman paperback 3 2025

Verlag: Panini; (April 2026)
Softcover: 216 Seiten; 29 €
ISBN-13: 9783741648656

Genre: Superhelden


Klappentext

Die Wahrheit über den Joker

Ein brutaler Kampf zwischen Batman, dem irren Joker und dem gnadenlosen Batman von Zur-En-Arrh führt dazu, dass der Killerclown alles über seinen Werdegang als Superkrimineller berichtet: Wie er zwischen seiner alten Bande, korrupten Cops und einem von Batmans Mentoren zu dessen schlimmstem Albtraum wird! In der Zukunft ist indes die ganze Welt mit dem mörderischen Wahnsinn des Schurken infiziert, und der Dunkle Ritter muss sich gegen die Joker-Apokalypse stellen …

Eine denkwürdige Saga über Batman und den Joker, inszeniert von Chip Zdarsky (Batman: Die Reise), Jorge Jimenez (Justice League), Giuseppe Camuncoli (Der Joker), Andrea Sorrentino (Joker: Killer Smile) und anderen.


Rezension

Batman hat genug und will Joker endgültig beseitigen – und zwar alle drei oder wieviele es auch immer in Wirklichkeit sein mögen. Während ihrer letzten Konfrontation treffen die beiden alten Gegner dann auch auf den Batman von Zur-En-Arrh, der sich einen Körper geschaffen hat und Beide gefangen nimmt. Gemeinsam in einer Zelle, erzählt der Joker Bruce Wayne nun, wie er zu dem wurde, der er ist.

Es gibt Charaktere bei denen die Geschichte, wie sie zu dem wurden, der sie sind, interessant sein oder zumindest eine nette Ergänzung sein kann. Batman, Superman oder auch Spider-Man sind solche Charaktere und selbst ein Sherlock Holmes hat hier mal mehr und mal weniger gute Beiträge spendiert bekommen. Dann gibt es Charaktere bei denen sie einfach überflüssig sind und die keine Hintergrundgeschichte bekommen sollten, John Rambo oder auch ein James Bond (die Romanversion ist hier gemeint) wären hier zu nennen und dann gibt es noch die Charaktere, die auf keinen Fall eine Ursprungsgeschichte bekommen dürfen, da es sie entmystifiziert. Zu dieser Kategorie gehört zum Beispiel ein Snake Plissken aus Die Klapperschlange – und vor allem der Joker. Diese Personifizierung des Chaos und der Anarchie würde dadurch nur eingeengt und zu sehr geerdet, als das sie noch wirklich funktionieren könnte. Alan Moore hat ihm zwar mit The Killing Joke einen Hintergrund gegeben, allerdings nicht gezeigt, wie er wirklich zu dem Gegner für Batman wurde, der er ist. Sein Werdegang vom Sturz in das Chemikalienbecken hin zu dem letztendlichen Joker hat er wohlweislich ausgespart und sich nur auf eine kurze Zeitspanne vor dem Sturz konzentriert.
Nun aber hat sich Chip Zdarsky gedacht, dass diese Lücke endlich gefüllt werden muss. Warum? Das weiß er vermutlich nur alleine. Vielleicht liegt es daran, dass er mit Spider-Man – Die Geschichte eines Lebens einen herausragenden Comic geschrieben hat, der sich mit dem Werdegang eines Helden beschäftigt. Denn seitdem hat er auch noch Batman – Die Reise geschrieben, in der es um die Anfänge Batmans geht und nun eben Joker: Das erste Jahr. Und während Die Reise noch durchschnittlich war, ist Joker: Das erste Jahr einfach nur ein künstlerischer und erzählerischer Offenbarungseid. Nichts ist hier kreativ oder innovativ. Stattdessen gibt es hier ein Sammelsurium der schlechten Ideen der letzten Jahre und den Versuch dem eigenen Comic Die Reise so etwas wie eine Bedeutung für Batman zuzuschustern.
Der Batman von Zur-En-Arrh, der von Grant Morrison erschaffen wurde und schon damals eine schlechte Idee war, kehrt erneut zurück und wird vermutlich noch weiter bei Chip Zdarsky eine Rolle spielen. Dabei wird die Geschichte um ihn immer dämlicher. Nun hat Batman auch die aus anderen Dimensionen noch mitgebracht. Wie das geschehen sein soll, darüber macht man sich besser keine Gedanken, nur eins steht fest: Diese Inkarnation Batmans nervt und hat das schon immer getan.
Den größten Fehler macht Chip Zdarsky aber hier in dem Moment, wenn er Die Reise wieder zum Thema macht und einen der Ausbilder Batmans zum Ausbilder des Jokers macht. Hier etabliert er eine vollkommen unnötige Verbindung zwischen den beiden Erzfeinden und macht aus dem Joker wenig mehr als einen besseren Handlanger eines anderen, anstatt ihn die Naturgewalt bleiben zu lassen, die er eigentlich ist. Der Joker wird hier von einem Moment zum anderen zu einer kleinen Figur im Spiel eines anderen und das passt einfach überhaupt nicht zu dem Charakter und ist, wie bereits erwähnt, wenig mehr als eine billige nachträgliche Legitimation eines durchschnittlichen Comics, der mitsamt seiner neu eingeführten Charakteren sonst bald in Vergessenheit geraten würde. Wobei dies hoffentlich trotzdem passiert. Denn Joker: Das erste Jahr ist genau wie Die Reise es nicht wert, sich daran zu erinnern, insbesondere da er dem Charakter schadet. Chip Zdarsky sollte sich endlich ein neues Thema suchen und darüber Comics schreiben, anstatt immer wieder andere Superhelden und -schurken zu nehmen und ihnen eine überflüssige Ursprungsgeschichte zu verpassen. Denn diese werden bisher ausgehend von dem sehr guten Die Geschichte eines Lebens immer schlechter und bemühter.

Die Zeichnungen sind wie meist bei Batman wirklich gut. Herausragend ist Andrea Sorrentinos Darstellung des Joker, die dazu geeignet ist, Albträume zu verursachen. Schade, dass Chip Zdarsky keine bessere Handlung für seine Zeichnungen parat hatte.

Die noch enthaltene Kurzgeschichte mit Vandel Savage ist nett, kann den Eindruck aber nicht verbessern und dann kommt sowieso noch eine Kurzgeschichte mit dem Batman von Zur-En-Arrh dazu, die erneut zeigt, warum dieser einfach eine dumme Idee war und bleibt.


Fazit

Hoffentlich wird dieser Versuch, dem Joker eine Ursprungsgeschichte zu geben, schon bald wieder aus dem Kanon Batmans gestrichen, denn Chiop Zdarsky tut dem Joker mit all dem keinen Gefallen. Inhaltlich ist das alles sehr sehr schwach und ebenso erzählt, und wirkt so als wolle Chip Zdarsky seinem Die Reise nachträglich eine Existenzberechtigung geben. Was nicht klappt! Und wenn man dabei ist, bitte auch den Unsinn mit dem Batman von Zur-En-Arrh gemeinsam mit Joker: Das erste Jahr begraben.


Pro & Contra

+ Andrea Sorrentinos grandiose Zeichnungen

- die Zeichnungen eines Andrea Sorrentino sind an eine schwache Handlung verschwendet
- unnötige Ursprungsgeschichte für den Joker
- Inhalt schnell wieder vergessen
- Batman von Zur-En-Arrh

Bewertung: sterne1.5

Handlung: 1/5
Charaktere: 1,5/5
Zeichnungen: 4/5
Lesespaß: 1/5
Preis/Leistung: 1,5/5


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